Sportvereine in der Schweiz – Leitfaden und neueste Trends

Seit Langem verfolge ich das Vereinswesen in der Schweiz aus unmittelbarer Nähe und wundere mich immer wieder, wie tief Sportclubs in unserer Gesellschaft verwurzelt sind. Ganz gleich ob Fussball, Turnen, Bouldern oder Schwingen – die rund 19’000 Sportvereine im Land sind das Herzstück des Breitensports. In diesem Artikel gebe ich weiter meine Erfahrungen, gebe Orientierungshilfen und zeige auf, welche Veränderungen das Clubjahr kennzeichnen. Wer den richtigen Club sucht oder nur informiert bleiben will, entdeckt hier direkte, direkt verwertbare Einblicke.

Aktuelles aus dem Sport in der Schweiz: Was sich gerade verändert

In den letzten Monaten haben verschiedene Organisationen und Behörden Regelanpassungen und neue Förderprogramme veröffentlicht, die für Vereinsmitglieder direkt spürbar sind. Ich fasse die wesentlichsten Neuerungen zusammen, die mir bei meiner Recherche aufgefallen sind und die für die Praxis etwas ändern. Von neuen Vorgaben im Jugendbereich bis zu neuen Bauvorhaben lohnt sich ein genauer Blick. Diese Aktualisierungen wirken sich aus auf Trainingsalltag, Kosten und Teilnahmebedingungen sofort, also musst du sie kennen.

J+S-Weiterentwicklung und neue Förderschwerpunkte

Jugend und Sport (J+S) hat seine Ausbildungsstruktur weiter modulisiert, um Vereinen mehr Flexibilität zu geben. Als Beobachter schätze ich, dass neu kürzere Einführungskurse für Hilfsleiter zur Verfügung stehen. Besonders für kleinere Teams bedeutet das eine dringend notwendige Hilfe, weil sie so rascher Personal rekrutieren können. Die Teilnehmer müssen jetzt mindestens 14 Jahre alt sein und spezifische Online-Lernmodule für ihre Sportart absolvieren, bevor sie mithelfen dürfen. Das senkt die Einstiegshürde, ohne die Qualität zu mindern.

Mitgliedsein und Vereinsleben: Das hast du konkret wissen

Eine Zugehörigkeit im Schweizer Sportverein umfasst weit mehr als regelmäßiges Training. Es geht um Partizipation, freiwilliges Engagement und ein dichtes soziales Netz. Ich beobachte immer wieder, dass neue Mitglieder diesen gesellschaftlichen Aspekt nicht beachten. Anders als im Fitnessstudio wird in einem Verein zusammen entschieden, organisiert und gefeiert. Wer sich darauf einlässt, gewinnt schnell echte Freundschaften. Es zahlt sich aus, die versteckten Pflichten und Rechte von Anfang an zu verstehen, um keine negativen Überraschungen zu erleben.

Rechte, Verpflichtungen und das ungeschriebene Regelwerk

Jeder Verein hat schriftliche Statuten, die über die Website oder auf Anfrage zugänglich sind. Darin finden sich die formellen Mitgliedschaftsrechte, etwa das Wahlrecht an der Generalversammlung. Ich empfehle dringend, diese Versammlung im ersten Jahr zu besuchen, auch wenn sie oft auf den ersten Blick trocken wirkt. Dort entdeckst du die Entscheidungswege kennen und bemerkst, welche Themen den Club beschäftigen. Mir selbst hat das zu Beginn oft die Augen geöffnet, hinter die Kulissen eines Betriebs zu blicken, den man sonst nur im Trainingsmodus wahrnimmt.

Nebst den formellen Regeln existiert fast immer ein ungeschriebenes Regelwerk. Das betrifft Punkte wie Pünktlichkeit, Mithilfe bei Anlässen oder den Umgangston. Ich rate dazu, sich in den ersten Wochen zurückhaltend zu verhalten und aufmerksam zu beobachten. Manche Vereine legen grossen Wert auf gemeinsames Materialpflegen nach dem Training, andere sind da lockerer. Ein Fettnäpfchen ist schnell umlaufen, wenn du erfahrenen Mitgliedern Fragen stellst und echtes Interesse am Vereinsalltag zeigst.

Ehrenamt als zentraler Schlüssel

Das Ehrenamt ist das Zentrum jedes Clubs, und ohne freiwillige Helfer wären die meisten Vereine zahlungsunfähig. Ich habe selbst mehrere Jahre einen Jugendleiterposten begleitet und weiss, wie viel Herzblut in Trainings, Materialpflege und Organisation fliesst. Anerkennung bekommen die Engagierten leider selten. Wer neu eintritt, sollte sich früh Gedanken machen, wo er oder sie sich ein kleines Stück einbringen kann, sei es bei einem Apéro oder als Fahrer für Auswärtstermine. Das schafft sofort Ansehen und Vertiefung.

Die zeitliche Belastung lässt sich oft flexibel gestalten. Kleinere Aufgaben wie Trikotreinigung oder Kuchenstand an Turnieren benötigen nur punktuell Zeit. Viele Vereine führen darüber hinaus eine digitale Helferbörse, in die man sich registrieren kann. Ich denke, dass das Ehrenamt einen Großteil des Schreckens verliert, wenn es offen und in überschaubaren Einheiten organisiert wird. So bleibt ausreichend Platz für das eigene Training, und du erlebst den Verein aus einer frischen, wertvollen Perspektive.

Die richtige Clubkultur identifizieren und stärken

Ein jeder Club hat seine ganz eigene Persönlichkeit, und gerade diese entscheidet über Wohlbefinden oder Unzufriedenheit. Ich erachte es für einen der grössten Fehler, nur auf Sportart und Preis zu blicken, ohne dabei die soziale Atmosphäre zu prüfen. Bei meiner Betrachtung differenzieren sich Vereine oft grundlegend in Kommunikationsstil, Tradition und Toleranz gegenüber neuen Ideen. Der ideale Club auf dem Papier kann sich als unbehaglich entpuppen, sofern die Chemie nicht stimmt. Aus diesem Grund widme ich diesem Gesichtspunkt hier gezielt einen separaten Abschnitt.

Ein simpler Test, welchen ich stets nutze: Beobachte, wie im Club über Fehler gesprochen wird. Wird ein verpatzter Spielzug öffentlich kritisiert, fragend analysiert oder ignoriert? Im Optimalfall nimmt der Trainer den Sportler in ein Gespräch und gibt konstruktives Feedback. Ein Club, der Fehler als Möglichkeit zur Weiterentwicklung behandelt, erzeugt ein psychologisch sicheres Umfeld. Ich habe dies beim Eiskunstlaufverein in Chur beispielhaft erlebt, wo nach Fallern nicht Applaus erwartet wurde, sondern konzentrierte Analysearbeit angesetzt wurde. Sorgfältig, wertschätzend – und äußerst wirkungsvoll.

Kommunikation und Konfliktbewältigung im Alltag des Vereins

Selbst in ausgeglichensten Vereinen treten Konflikte auf. Entscheidend finde ich, ob die Organisation klare Mechanismen dafür bereithält. Einige Clubs setzen auf ein Beschwerdehotline oder eine Vermittlungsperson, besonders in größeren Vereinen mit Nachwuchsabteilungen. Ich rate, vor dem Beitritt das Ansprechpartnerteam zu kontaktieren und nach dem genauen Vorgehen bei Verstössen gegen den Verhaltensregeln zu nachfragen. Wer hier ausweichend antwortet, weist möglicherweise strukturelle Defizite auf.

Die zeitgemäße Vereinskommunikation läuft häufig über Messaging-Dienste wie Signal oder Threema. Entscheidend ist, dass sämtliche wichtigen Infos trotzdem gebündelt abgelegt werden. Mir sind Clubs bekannt, die aufgrund unkoordinierter Chatgruppen wichtige Abmeldungen verpassten, was zu Trainingsausfällen führte. Ein guter Ansatz sind fixe Redaktionszeiten, zu denen eine Person die Übersicht in eine digitale Plattform oder einen E-Mail-Verteiler übermittelt. So bleibt jede Person und jeder orientiert, ohne im Chatverlauf verloren zu gehen.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Verhinderung von Überlastungsschäden bei Jugendlichen. J+S stellt den Vereinen ausführlichere Leitfäden und Trainerkarten zur physischen Belastungssteuerung zur Verfügung. Ich fordere allen Jugendtrainerinnen und -trainern, diese Materialien mindestens einmal durchzugehen. In Testphasen in drei Kantonen zeigte sich eine signifikante Senkung der verletzungsbedingten Ausfälle. Wer zeitig auf fundierte Aufbauprogramme setzt, verhindert chronische Probleme, die später Karrieren kosten können.

Aktuelle Infrastrukturprojekte und ihre Perspektiven

Schweizweit entstehen gerade verschiedene moderne Sportanlagen, die für Vereine neue Heimat bieten https://crescianoboulder.ch/. Besonders im Raum Winterthur, Luzern und Lugano sehe ich bedeutende Investitionen in polysportive Hallen, die Kletterwände, Gymnastikräume und Rasenspielfelder unter einem Dach kombinieren. Diese Projekte werden oft in öffentlich-privaten Partnerschaften realisiert und sollen den Mangel an winterfesten Trainingskapazitäten lindern. Für Vereine bedeutet das konkret: Längere Nutzungszeiten und weniger Ausweichverkehr zwischen Schulsporthallen.

Parallel dazu unterstützt das Bundesamt für Sport gezielt den Umbau bestehender Anlagen in energieeffiziente Sportstätten. So profitierte kürzlich ein Ostschweizer Turnverein von einem Zuschuss für eine Photovoltaikanlage auf dem Clubdach, was die jährlichen Nebenkosten um knapp 2’000 Franken reduziert. Solche Vergünstigungen schlagen direkt auf die Mitgliederbeiträge durch. Ich lege nahe allen Vorständen, die aktuellen Förderfenster von Swiss Olympic zu kontrollieren; die Antragsfristen sind oft knapp, aber der Aufwand lohnt sich spürbar.

Aktuelle Trends und Tendenzen im Schweizer Clubwesen

Die letzten zwei Jahre haben das Clubleben aufgewühlt, aber auch einen Digitalisierungsimpuls ausgelöst, den ich so nicht erwartet hätte. Zunehmend mehr Clubs bieten Online-Kurse, digitale Choreografien oder virtuelle Mitgliederversammlungen an. Diese Flexibilität behalten sie nun oft bei, auch wenn der Präsenzbetrieb zurück ist. Ich halte das für klug, denn hybride Optionen senken die Einstiegshürde für Neumitglieder und gestatten Trainings auch bei knappen Zeitbudgets. Ein wahrer Gewinn für den modernen Vereinssport.

Auffällig ist für mich der kontinuierliche Boom bei Outdoor- und Trendsportarten. Boulderhallen, Trailrunning-Gruppen und Stand-up-Paddling-Clubs expandieren stark, während traditionelle Angebote wie Leichtathletikvereine um Mitglieder ringen. Ich deute mir das mit dem Wunsch nach flexiblen, erlebnisorientierten Sportformaten, die weniger Verpflichtungsgrad haben. Viele dieser Clubs bieten bewusst niederschwellige Schnupperangebote und verzichten auf starre Trainingspläne. Das entspricht einem modernen Lebensstil entgegenkommt und führt eine neue Zielgruppe in die Vereine.

Digitale Transformation von Training und Organisation

Ökologie und Inklusion als zunehmende Themen

In Gesprächen mit Vereinsleitungen fällt mir regelmässig auf, wie stark die Digitalisierung die Verwaltung verändert hat. Lösungen wie ClubDesk oder Verwaltungssoftware aus der Schweiz ermöglichen heute eine digitale Mitgliederverwaltung. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch Irrtümer. Ich persönlich erlebe bei Clubs, die migriert sind, eine spürbare Entlastung des Ehrenamts. Weniger Bürokratie bedeutet mehr Energie für das eigentliche Clubleben – ein erfreulicher Kreislauf.

Für Trainingszwecke sehe ich auch einen deutlichen Entwicklung zu Apps. Vom Trainingsplan bis zur Taktiktafel verwenden selbst Amateurclubs elektronisches Tool, das ehemals Professionellen reserviert war. Besonders spannend finde ich Videoanalyse-Software, die jetzt zu bezahlbaren Tarifen verfügbar sind. Ein mittelgrosser Fussballclub im Kanton Zürich zeigte mir, wie sie mit unkomplizierter Technologie Spielsequenzen ins Teamchat laden und kollektiv auswerten. Das unterstützt Lernerfolge und verbessert den Zusammenhalt ohne kostspielige Hardware.

Umweltbewusstsein ist kein Randthema mehr: Zunehmend mehr Sportvereine integrieren ökologische Ziele in ihren Statuten. Ich sehe, wie Clubs auf Mehrwegbecher umsteigen, Fahrgemeinschaften unterstützen oder Solaranlagen auf Clubhäusern anbringen. Besonders hervorhebenswert finde ich Vereine, die Spiessweiterungen aus recycelten Materialien nutzen oder bei Turnieren regionale, saisonale Verpflegung bereitstellen. Diese Massnahmen verbessern das Profil und sprechen umweltbewusste Mitglieder an, die heute genau diesen ganzheitlichen Ansatz bevorzugen.

Parallel dazu sehe ich erhebliche Entwicklungen bei der Inklusion. Immer mehr Clubs bieten barrierefreie Zugänge und inklusive Trainingsgruppen. Ich habe mir spezielle Optionen im Kanton Bern angeschaut, wo ein Leichtathletikverein wöchentlich eine gemischte Sportgruppe für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung organisiert. Was mich daran besonders überzeugt, ist die Selbstverständlichkeit im Miteinander. Diese Entwicklung wird von Swiss Paralympic und dem Bundesamt für Sport mit gezielten Programmen unterstützt, was die Breitenwirkung vergrößert.

Die Bandbreite der Schweizer Sportvereine erfassen

Die Schweizer Sportlandschaft ist erstaunlich dicht: Statistisch kommt ein Verein auf etwa 460 Einwohnerinnen und Einwohner. Ich sehe darin einen klaren Vorteil, denn kaum ein anderes Land bietet eine vergleichbare Auswahl direkt vor der Haustür. Von klassischen Turnvereinen über trendige Boulderhallen bis zu weniger bekannten Angeboten wie Indiaca oder Faustball decken die Clubs nahezu jede Bewegungskultur ab. Diese Vielfalt macht es möglich, auch Nischeninteressen kollektiv auszuleben.

Was mich besonders beeindruckt, ist die föderale Struktur. Jeder Kanton und viele Gemeinden fördern den Sport aktiv mit eigenen Programmen, etwa über Sportämter oder kantonale Sportkonzepte. Dadurch entsteht ein engmaschiges Netz, das auch in ländlichen Regionen tragfähig ist. Meine Erfahrung zeigt, dass selbst kleine Dörfer oft einen Mehrspartenverein führen, der Jung und Alt integriert. Genau diese lokale Verankerung sorgt für kurze Wege und einen starken sozialen Kitt, den ich bei jedem Besuch neu wertschätze.

Volkssport versus Leistungssport: Zwei Welten unter einem Dach

Finanzierung und Kostenaufstellungen im Überblick

Zahlreiche Vereine vereinen heute Hobby- und Wettkampfsport unter einem Dach, was ich aus konzeptioneller Sicht sehr sinnvoll erachte. Während ambitionierte Athletinnen und Athleten in Leistungskadern arbeiten, bleibt das offene Training für alle verfügbar. Diese Flexibilität schafft Vorbilder und begeistert Nachwuchstalente weiter. Ich beobachte immer wieder, dass Jugendliche durch den direkten Kontakt zu Kadersportlern auf einmal selbst mehr erreichen wollen. Gleichzeitig bewahren Hobbysporttreibende ihren festen Platz, ohne Druck zu empfinden.

Für Kindern und Jugendlichen stellt das Zusammenspiel von Spass und Wettkampf eine nützliche Lernumgebung . Vereine, die beides trennen vermögen, berichten mir eine stärkere langfristige Mitgliederbindung . Ausschlaggebend ist, so erfahre ich von Vorständen, eine klare Kommunikation der verschiedenen Trainingsziele. Ohne kluge Steuerung kommen sonst Reibungen zwischen den Gruppen. Daher rate ich bei der Vereinswahl einen Blick auf das Leitbild, um zu ermitteln, welche Philosophie der Club tatsächlich praktiziert.

Die monetären Rahmenbedingungen unterscheiden sich von Club zu Club beträchtlich. Während klassische Turnvereine oft mit Jahresbeiträgen um 100 bis 200 Franken hinkommen, können spezialisierte Angebote wie Bouldern oder Eishockey rasch auf 500 bis über 1’000 Franken pro Jahr zunehmen. Aus meiner Analyse entstehen die Mehrkosten vor allem durch Hallenmieten, spezielles Material und lizenzierte Trainer. Ich empfehle, bei Probetrainings explizit nach dem Gesamtbudget zu nachfragen, inklusive Ausrüstung, Lager und etwaiger Lizenzgebühren.

Erfreulich ist, dass viele Gemeinden und Stiftungen Beitragsgesuche fördern. In mehreren Kantonen gibt es zudem Familiensporttarife, die Geschwistern und Eltern ermässigte Beiträge offerieren. Eltern sollten auch kontrollieren, ob die Krankenkasse über Zusatzversicherungen einen Teil der Vereinsbeiträge zurückzahlt. Ich selbst habe schon mitbekommen, wie Familien durch gezielte Fördermittelbelastungen von mehreren Hundert Franken entbürdet wurden. Gerade bei teureren Sportarten zahlt sich aus diese Recherche enorm.

So entdeckst du den passenden Verein – meine getestete Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nach unzähligen Gesprächen mit Wechselwilligen bin ich mir bewusst, wie herausfordernd die Vereinssuche sein kann. Einfach den nächstgelegenen Club zu nehmen, ist oft unzureichend. Ich rate zu eine strukturierte Herangehensweise, die eigene Ziele, verfügbare Zeit und soziales Umfeld berücksichtigt. Mit der folgenden Anleitung kommen selbst unentschlossene Sportbegeisterte in einem Club, der langfristig Freude bringt. Sie beruht auf Methoden, die ich über Jahre optimiert habe und die sich bei sehr unterschiedlichen Sportarten bestätigt haben.

Die erste und wichtigste Regel lautet: Gönne dir Zeit für mehrere Probetrainings. Ich stehe nicht auf schnellen Entscheidungen nach einem einzigen Besuch, denn Ambiente und Trainingsqualität variieren je nach Tag und Mischung der Gruppe. Ein Verein, der beim ersten Eindruck beeindruckt, kann beim zweiten Mal Schwächen offenbaren. Mein Standardempfehlung ist, mindestens zwei bis drei Termine bei verschiedenen Übungsleitern zu besuchen und danach ein ehrliches Bauchgefühl mit konkreten Kriterien zu vergleichen.

  1. Bedarfsanalyse erstellen: Notiere, welche Ziele du verfolgst (Fitness, Wettkampf, Geselligkeit) und wie viele Stunden pro Woche umsetzbar sind. Ich mache das selbst mit einem einfachen Blatt Papier – es fokussiert die Prioritäten enorm.
  2. Regionale Auswahl sondieren: Nutze die kantonalen Sportdachverbände, Swiss Olympic und Plattformen wie sportverein.ch. Ich wähle zuerst nach Distanz zum Wohnort, denn lange Anfahrtswege sind auf Dauer der verbreitetste Austrittsgrund.
  3. Probetrainings arrangieren: Wende dich an mindestens drei Vereine an und bitte nach unverbindlichen Schnupperterminen. Gib an deine Vorerfahrung, damit der Trainer die Übungen anpassen kann. Ich schaue dabei auf die Reaktionszeit – sie offenbart, wie organisiert der Club ist.
  4. Evaluationskriterien bewerten: Teste während der Probetrainings konkret Trainerqualität, Gruppendynamik, Anlagenzustand und Kommunikation. Ich bewerte jedes Kriterium mit einer Schulnote, das macht den Vergleich später leichter und objektiviert die Entscheidung.
  5. Mitgliedschaft abklären: Lass dir die Statuten, Beitragsordnung und eventuelle Pflichttermine aushändigen. Ich poche auf einer schriftlichen Übersicht – mündliche Zusagen allein haben mich schon öfter in die Irre geführt.

Die fünf Etappen mögen aufwändig erscheinen, doch sie schützen vor Enttäuschungen. In meiner Beratungspraxis melden über 80 Prozent der Ratsuchenden zurück, dass sie sich danach viel sicherer fühlen. Ein weiterer nützlicher Nebeneffekt: Wer mehrere Vereine besucht, lernt die lokale Sportszene besser kennen. So entstehen oft Kontakte, die auch über die Vereinswahl hinaus nützlich sind. Der initiale Mehraufwand zahlt sich also gleich mehrfach aus.

Boulder- und Klettersport als Beispiel für dynamisches Vereinswachstum

Kein anderer Sport verzeichnet aus meiner Sicht momentan eine so rasante Mitgliederkurve als das Bouldern und Sportklettern. Nach den Olympischen Spielen und dem zunehmenden Angebot an kommerziellen Hallen strömen Menschen mit völlig unterschiedlichem Hintergrund in die Vereine. Ich selbst klettere seit Jahren und beobachte, wie die Szene ihre einstige Subkultur aufgibt, ohne den Kern der Gemeinschaft zu verlieren. Von Nachwuchsrekrutierung bis zur Wettkampforganisation bietet dieser Bereich beeindruckende Parallelen zum gesamtschweizerischen Vereinswandel.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor steht in der geringen Einstiegshürde. Eine Schnupperkletterstunde kostet in vielen Hallen zwischen 25 und 35 Franken inklusive Leihschuhen, und die meisten Boulderclubs stellen ein monatliches Passivmitgliedschaftsmodell ab rund 50 Franken an. Das ist erheblich günstiger als eine volle Fitnessmitgliedschaft, bei vergleichbarer Intensität. Ich merke, dass besonders Studierende und Berufstätige zwischen 25 und 40, die früher vereinsfern waren, jetzt den Weg in die Hallen entdecken und langsam auch das Clubleben entdecken.

Integration in den Verein in einer kommerziellen Szene

Ausrüstung, Sicherheitsstandards und Bildungswege

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten ist die Ausstattungsverantwortung beim Bouldern relativ gering, aber die Sicherheitsnormen sollten nie geringgeschätzt werden. Ich erlebe oft, dass Anfänger den Unterschied zwischen Bouldern in Absprunghöhe und Sichern am Seil nicht ausreichend kennen. Ein guter Verein lehrt beides strukturiert und führt ein Logbuch, das absolvierte Sicherheitskurse festhält. Achte darauf, dass der Club von Swiss Alpine Club oder einer anderen amtlichen Stelle akzeptiert wird; das gewährleistet zertifizierte Betreuungskompetenz.

Wer sich zum Vorstiegskletterer oder sogar zum Trainer qualifizieren möchte, findet über die Vereine eindeutig definierte Ausbildungswege. Vom Sachkundenachweis Klettern über den Jugendleiter bis zum Boulderspezialisten erstreckt sich die Palette. Mir beeindruckt die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und kommerziellen Kletterschulen – sie bildet ein flächendeckendes, qualitativ hochstehendes Ausbildungsnetz. Diese Offenheit kannst du verwenden, um dich Schritt für Schritt zu spezialisieren, ohne gleich den Verbandseintritt vorsehen zu müssen.

Zukunftsausblick: Wohin entwickelt sich das Schweizer Sportvereinswesen?

Ein Ausblick in die kommende Zukunft zeigt mir, dass kombinierte Sportansätze und thematische Spezialisierung weiter ansteigen werden. Immer mehr regionale Kooperationen bündeln Kräfte, etwa wenn drei kleine Turnclubs eine gemeinsame Gerätehalle verwalten und die Trainer wechseln. Diese Tendenz befürworte ich, denn sie hält das unentgeltliche System stabil und ermöglicht ansprechende Trainingsstunden, die normalerweise nicht finanzierbar wären. Die Herausforderung wird sein, die lokale Identität dennoch zu schützen und nicht zum gesichtslosen Sportanbieter zu verkommen.

Gleichzeitig drängen private Sportanbieter und informelle Trainingsgruppen auf den Bereich, die ohne formelle Vereinsstruktur funktionieren. Ich erkenne darin nicht so sehr eine Bedrohung als eine Aufforderung, das persönliche Erscheinungsbild zu schärfen. Clubs, die Zusammenhalt, Qualifizierung und gemeinschaftliche Mitwirkung bieten, können einiges, was ein loses Netzwerk nicht bieten kann. Insbesondere die Kombination aus persönlicher Unterstützung, gesellschaftlicher Wertschätzung und demokratischer Mitgestaltung ist ein Pfund, mit dem herkömmliche Clubs punkten sollten.

Was mir besonders Hoffnung verleiht, ist die Aufgeschlossenheit der Jugend für Engagement, wenn der Kontext stimmt. Projekte wie „Jugend führt Verein“ oder Mentoring-Initiativen in zahlreichen Kantonen belegen, dass 20-Jährige durchaus fähig sind, Aufgabe zu übernehmen – sofern, sie bekommen Handlungsspielraum. Ich betrachte diese Initiative sehr aufmerksam, denn sie könnte die vielfach erwähnte Nachwuchsproblem im Leitungsteam mildern. Frische Ideen ausschliesslich reichen aber nicht; der gesamte Verein muss auch freigeben können und Irrtümer als Entwicklungsphasen anerkennen.

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